KlangWelten Festival 2014

KlangWelten Festival 2014, 19.11.2014, 20 Uhr, Markuskirche, An der Markuskirche 2, 30163 Hannover

Urgestein der Klangwelten, der seit 28 Jahren dabei ist, legt in bewährter Weise eine zuverlässige rhythmische Basis, auch im Zusammenspiel mit Ssempeke/Oppermann und Diana Rosa. Ein Publikumsliebling mit Weltmusik-Starpotential, aber ohne Starallüren.

SSEMPEKE

Albert Bisaso-Ssempeke ist ein Ziehsohn aus der Hofmusikerfamilie vom Hof der Buganda-Könige in Uganda. Alle Instrumente, die er spielt, gehören zur Hofmusik und wurden in Alten Zeiten nur dort gespielt, insbesondere die Ennanga-Harfe und die Leier. Hinzu kommen Flöten, Amadinda und Gesang – ein Multiinstrumentalist per excellence, ausgestattet mit einer magnetischen Stimme und starker Bühnenausstrahlung. Er hat schon auf der ganzen Welt gespielt, und beim SommerMusikFest 13 spielt er im Duo mit R. Oppermann, der ihn und die Ssempeke – Familie seit 20 Jahren kennt. Er ist ein Meister der Tradition, ist aber auch bereit und interessiert, die herkömmlichen Grenzen der Musik zu sprengen. Es ist wahrscheinlich, dass er sich auch mal im indischen oder Creole-Teil einmischt.

Ssempeke und die Manganijars verbindet ein ähnliches soziales Schicksal: sie waren früher, in den Zeiten des Feudalismus, hochangesehene Musiker, die in Hofnähe lebten und vom Hof finanziert wurden. Nun, mit dem Ende des Feudalismus, verloren sie Anstellung und Image und müssen hart arbeiten um zu überleben. Für sie ist eine Teilnahme bei Klangwelten eine willkommene andere Situation, das Spielen vor interessiertem Publikum, die Wertschätzung und Verdienstmöglichkeit, die ihnen hier geboten wird, ist selten geworden. Sonst spielen sie für Autohäuser, Politiker, Getränkekonzerne oder als Hintergrund-sound für Touristen.

DIANA ROSA

Creole Avantgarde- Schwarze Stimme, Weißer Intellekt

Diana Rosa drückt das musikalisch aus, was ihr creolischer Background ist: Mit unvergleichlicher Stimme, schwarz wie eine Bluessängerin, biegsam wie eine Inderin, sinnlich karibisch (die Mutter stammt aus der Karibik). Gepaart mit kalifornischem Intellekt (Althippie-Vater) schwingt sie sich über alle Grenzen hinweg. Zwischen Folk und Electro,

himmelhoch jauchzend und doch klug strukturiert, bedient sie live auch elektronische Effekte, vervielfacht, harmonisiert, manipuliert und harmonisiert ihre Klänge. Einmalig und unvergesslich. 

Diana Rosa ist seit frühester Jugend in der kalifornischen Avantgarde Szene aktiv, wo ihre außergewöhnliche Stimme z.B. bei George Coats Performance Works im Avantgarde-Theater eingesetzt wurde – und auch im Chor von Bobby McFerrin. Und das im zarten Alter von 18 Jahren. Dort hörte sie R. Oppermann 1985. Mittlerweile ist sie nach Europa umgesiedelt. Es ist anzunehmen, dass sie auch mit den anderen Musikern des Festivals singen wird. So hoffen wir jedenfalls. 

RÜDIGER OPPERMANN

Mit seiner keltischen Harfe würzt er den Gesamtgeschmack der KlangWeltenFestival seit 1987. Virtuos und silbrig (er spielt vergoldete Bronzesaiten auf der Bardenharfe) seine eigenen Stücke, insbesondere aber hat er sich bewährt als behutsamer und kenntnisreicher Arrangeur des Zusammenspiels, als Wegbereiter des Dialogs. Seine humorvolle, fundierte Moderation ist allseits beliebt. Der vielfach ausgezeichnete Alles-Musiker ist ein Meister der Harfe, Weltmusik-Pionier (er hat diesen Begriff auch geprägt) und Drahtzieher der Harfenszene. Auf über 50 CDs, in zwei Büchern und in einem Film ist sein Werk gut dokumentiert. Das Bundesverdienstkreuz ist ein Sahnehäubchen auf einem Leben für den Musikdialog. Derzeit arbeitet er außerdem an seinem neuen Projekt RHEINGOLD.

  • Felix Wallrabenstein