„Êziden – Geschichte, Religion, Kultur“

Neue Broschüre in der Reihe „Quellen und Darstellungen zur Geschichte des Landkreises Celle“ veröffentlicht

Im Landkreis Celle leben gegenwärtig über 7000 Kurdinnen und Kurden, von denen der überwiegende Teil der êzidischen Religionsgemeinschaft angehört. Celle wurde sogar als die „heimliche Hauptstadt“ der Êziden bezeichnet. In den Städten Celle und Bergen gründeten aus der Türkei emigrierte êzidischen Familien Kulturzentren. Nach der Ermordung und Entführung tausender Êziden durch radikalislamistische IS-Milizen im nordirakischen Şengal wurde auch die Weltöffentlichkeit auf die Anhänger dieser bis dahin weitgehend unbekannten orientalischen Religionsgemeinschaft aufmerksam.

Wer sind diese Menschen, die das Leben in diesem Teil Niedersachsens so mitprägen wie nirgendwo sonst? Die von der Stelle für Integration und Migration des Landeskreises Celle in Kooperation mit dem Kreisarchiv herausgegebene Publikation „Êziden – Geschichte, Religion, Kultur“ gibt auf diese Frage eine Antwort. Verfasst wurde sie von Dr. Andreas Flick, Pastor der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Celle und stellvertretender Vorsitzender des Freundschaftsvereins Celle – Batman. In den vergangenen Jahren hat Flick mehrere Reisen in den türkischen Teil Kurdistans unternommen, zuletzt im August 2014. Grundlage des Textes bildet die vom Verfasser im Jahr 2013 für das Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen konzipierte Sonderausstellung „Die Êziden – Glaubensflüchtlinge in Deutschland“.

Diese reich bebilderte Publikation, die sich in erster Linie an Nicht-Êziden wendet, gibt Auskunft über das Leben, die Geschichte, die Religion und die Kultur dieser aus dem Orient stammenden Migranten, die im Laufe der Geschichte so oft wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Neben allgemeinen Informationen über die Êziden, wobei ein Kapitel auch den Êziden in den Reiseromanen Karl Mays gewidmet ist, wird im zweiten Teil der Veröffentlichung der Fokus auf die Êziden im Landkreis Celle gerichtet. Dabei spannt Andreas Flick den Bogen vom Jahr 1965, als die ersten Êziden als „Gastarbeiter“ nach Celle kamen, über die schwierigen 1990er Jahre bis in die Gegenwart. Der Autor berichtet auch über das êzidische Vereinsleben, über Kooperationen mit Vereinen, Institutionen sowie Kirchen und stellt am Ende Êziden als selbständige Unternehmer im Landkreis vor.

Die als Band 11 in der Reihe „Quellen und Darstellungen zur Geschichte des Landkreises Celle“ veröffentliche Broschüre „Êziden – Geschichte, Religion, Kultur“ (ISBN 978-3-9805636-9-7) ist zum Preis von 4,80 € im Celler Buchhandel sowie beim Landkreis Celle erhältlich.

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