Aktionstag gegen Gewalt am 25. November 2014

Nach einer aktuellen Studie der Agentur der Europäischen Grundrechte sind 35 Prozent aller Frauen in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von psychischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. Die WHO hat festgestellt, dass weltweit ebenso viele Frauen Prügel, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und andere Übergriffe erfahren. Oft sind Familienangehörige oder Freunde die Täter. Daher wird am 25. November weltweit mit einem Gedenk- und Aktionstag auf Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle, Rosemarie Lüters betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit niederschwelliger Angebote: „Häusliche Gewalt vollzieht sich oft im Verborgenen und über längere Zeiträume. Beratungs- und Hilfeangebote müssen in Notsituationen kurzfristig unterstützen aber auch langfristig beratend und begleitend angelegt sein“, sagt sie. Frau Wittmann vom Haus der Familie hebt hervor, dass der Bedarf in Celle offenkundig ist. Im Jahr 2013 sind allein im Haus der Familie 77 Personen aufgenommen worden, 42 Frauen und 35 Kinder. In der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) wurden 193 Frauen mit 252 Kindern kontaktiert.

Den Wert vorbeugender Maßnahmen begründet Frau Rusyniak vom Frauenhaus Celle e.V.: „Die Statistiken für die letzten Jahre zeigen, dass es viele Frauen geschafft haben, die Gewaltspirale zu durchbrechen und in ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu starten. Immer mehr Frauen haben den ersten Schritt aus der Gewaltbeziehung gewagt. Diese Tatsache ermutigt und motiviert mich weiter, mit vollem Einsatz tätig zu sein und gegen die Gewalt zu kämpfen. Verstärkt müssen präventive Maßnahmen Anwendung finden, um Gewalt von vornherein zu verhindern.“

Hilfe erhalten Frauen in Not in den Beratungsstellen Feroxia und BISS sowie in den Celler Frauenschutzhäusern. Beide Häuser sind Tag und Nacht erreichbar: Das Frauenhaus Celle e.V. unter der Nummer 05141 257 88 und das Frauen- und Kinderschutzhaus, Haus der Familie unter der Nummer 05141 6633.

Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben weist darauf hin, dass sich nur ein Fünftel der Betroffenen an eine Beratungsstelle wenden. Ein bundesweit erreichbares Hilfetelefon bietet Betroffenen zusätzliche Unterstützung. Frauen, die schnelle, vertrauliche und unbürokratische Hilfe benötigen, können kostenlos und rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 Beratung und Hilfe erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Rosemarie Lüters unter Telefon 05141 12 568.

  • Stadt Celle
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