Weihnachten international

Celler Blickpunkt Titelblatt

Celler Blickpunkt TitelblattCelle ist eine internationale Stadt. Menschen aus vielen Nationen leben und arbeiten hier. Weihnachten wird hier sehr vielfältig gefeiert, teilweise auch von denjenigen, in deren Religion „Weihnachten“ als „Christfest“ nicht vorkommt. Und auch auf dem Weihnachtsmarkt sind viele Nationen mit ihrem je eigenen Weihnachtsschmuck oder ihren adventlichen Leckereien vertreten.

Der Heilige Abend, wie wir ihn in Deutschland feiern, mit Christbaum, Geschenken vom Weihnachtsmann oder dem Christkind und der Christmette, findet nicht in jedem Land so statt.
„Buon Natale“ prangt in italienischen Cafés, Eisdielen und Restaurants. Auch Weihnachtsbäume und Weihnachtsmänner sind hier zu sehen – ein Christkind gibt es nicht. Wohl aber „Gesu-Bambino“, das Jesuskind in der Krippe, die hier wie in vielen katholisch geprägten Regionen eine zentrale Rolle spielt. Am Heiligen Abend ist daher auch der Gottesdienst bei dem erstmals das Jesuskind in der Krippe liegt, der Höhepunkt. Das Weihnachtsgeschehen ansich, die Geburt Christi, wird hier erinnert. Die Geschenke bringt traditionell die Hexe Befana am 6. Januar, dem

Dreikönigstag. In vielen Familien findet aber schon am Weihnachtstag, dem 25. Dezember die Bescherung statt.

Auch in den USA ist der Haupttag der 25ste. In der Nacht zuvor kommt Santa Claus auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten und bringt die Geschenke durch den Schornstein. Mit einem kräftigen „Ho Ho Ho“ soll er grüßen. Zumindest sein Rentier Rudolph mit der roten Nase ist mittlerweile auch in Deutschland bekannt. Auch der US-amerikanische Brauch, das Haus mit bunten Lichtern zu schmücken, ist längst nach „good old Germany“ übergesprungen. Merry Christmas ruft man sich hier frohe Weihnacht zu.

Sind in Deutschland, den USA, Italien oder Frankreich die Farben Rot, Grün und Gold typisch für Weihnachten, so herrschen in Russland Blau- und Silbertöne vor. Russische Weihnachten, die wegen der Zugehörigkeit zur orthodoxen Kirche erst später gefeiert werden, kann man in Celle an zwei Terminen direkt kennen lernen. Am 5. Dezember trifft man sich mit Evgenia Panteleeva-Stammen am Samovar, um mehr über Väterchen Frost und Babuschka zu erfahren (Anmeldung unter 0 51 41-9 93 71 79). Gemeinsam ist allen Weihnachtsfeiern in Ost und West, dass es sich um Familienfeste handelt, bei denen man seiner Freude an der Geburt Jesu und am Beisammensein mit Geschenken und besonderen Festmählern feiert. Jedes Land hat da seine eigenen „typischen“ Spezialitäten.

Bunt und für deutsche (winterliche) Verhältnisse etwas schriller geht es an Weihnachten in den warmen Ländern zu. Dass da Palmen die Weihnachtstannen ersetzen, kennt man auch aus den internationalen Krippen. Auch die Farben sind heller, bunter, wie der philippinische Weihnachtsstern zeigt.

Ob aber mit Musik und Tanz gefeiert wird, mit Tischfeuerwerk und Hütchen (wie in England etwa) oder andächtig an der Krippe – der Geist des Weihnachtsfestes wird in seiner Freude und Friedfertigkeit überall gleichermaßen wahrgenommen und schließlich auch von denjenigen als besonderer Abend begangen, die eigentlich mit Weihnachten nichts am Hut haben.

  • Andrea Hoffmann

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