Europapark und Musical-Star:

Weihnachtshighlight für schwerstkranke Kinder und ihre Familien
Sina und Amelie machen große Augen: Wie aus dem Nichts steigen imposante Wasserfontänen meterhoch in die Luft, ein paar Meter vor ihnen, mitten im See. Die beiden Schwestern schauen dem Spektakel gebannt zu. Erst nach einigen Minuten fahren sie gemeinsam auf Sinas Elektrorollstuhl weiter; Amelie steht dabei hinter dem Sitz ihrer großen Schwester. Später wird die 13-jährige Sina, die an einer unheilbaren, fortschreitenden Nerven- und Muskelkrankheit leidet, sagen: „Die Wassershow war schön!“ Die beiden Mädchen gehören zu einer Gruppe von Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, die den Samstag (20.12.2014)  als Ehrengäste im Europapark verbrachten. „Wir wollen den betroffenen Familien mit dem Ausflug heute die Gelegenheit geben, ihrem Alltag zumindest für ein paar Stunden zu entkommen – und damit all den Sorgen und Herausforderungen, mit denen sie tagtäglich zu kämpfen haben“, sagte Sabine Kraft, Geschäftsführerin des  Bundesverbands Kinderhospiz, die die Veranstaltung organisiert hatte.

„Die Familien sollen hier möglichst viele glückliche Momente miteinander teilen. Und es ist wunderbar, dass solche Augenblicke dank der großzügigen Unterstützung des Europaparks und der Aktion Kindertraum möglich werden.“ „Veranstaltungen wie heute zeigen, dass wir den Kindern schon mit kleinem Aufwand eine große Freude bereiten können“, ergänzte Ute Friese, Geschäftsführerin der „Aktion Kindertraum“. Schon seit 2007 unterstützt die „Aktion Kindertraum“ die Arbeit des Bundesverbands Kinderhospiz regelmäßig – so auch den Ausflug am Samstag. „Es ist schön zu sehen, dass auch die Geschwister der erkrankten Kinder den Tag heute genießen können“, so Friese.
Auch Renée Knapp, Musical-Star und neue Botschafterin des Bundesverbands Kinderhospiz, begeisterte die Europapark-Ehrengäste: Spontan trug sie beim gemeinsamen Mittagessen einige Weihnachtslieder à capella vor – und sorgte damit für strahlende Gesichter. „Das Lachen der Kinder zu erleben, war sehr schön“, sagte Knapp anschließend. Das Gefühl der Solidarität und Gemeinschaft der Eltern untereinander zu erleben, sei beeindruckend gewesen. Knapp hatte extra ein kleines Stoffäffchen mitgebracht, mit dem sie die Kinder zum Schmunzeln brachte – und das sie auch künftig bei ihrem Engagement für die Kinderhospizarbeit verwenden will. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich für Kinder einzusetzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und dazu beizutragen, dass sie – aber auch ihre Eltern und Angehörigen – nicht Mut und Hoffnung verlieren“, so Knapp.
Mandy Behre war am Samstag ausnahmsweise nur mit ihrem Jüngsten, dem 13-jährigen Fabian, unterwegs. Fabian ist kerngesund – aber seine großen Geschwister, 17 und 18 Jahre alt, leiden an der gleichen lebensverkürzenden Krankheit wie Sina. Um die beiden kümmerten sich unterdessen andere Menschen – und Fabian hatte seine Mutter einmal nur für sich. Für Geschwister von lebensverkürzend erkrankten Kindern sind das seltene, kostbare Momente, denn oft müssen sich ihre Eltern mit voller Aufmerksamkeit dem schwerstkranken Kind widmen.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen kann Fabian es dann auch kaum erwarten, dass seine Mutter mit ihm loszieht. „Ich will raus“, drängelt er. Auch Familie Wolf macht sich auf in den winterlich geschmückten Park: Amelie wird gleich gemeinsam mit ihrem Vater ein paar Fahrgeschäfte ausprobieren und so herausfinden, welche auch für Sina im Elektrorollstuhl geeignet sind. In denen gibt’s dann eine Runde zu dritt.  „Amelie ist heute mein Versuchskaninchen“, sagt Sina – und grinst.

Zum Hintergrund:
Der Bundesverband Kinderhospiz vertritt zahlreiche stationäre und ambulante Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland. Er finanziert sich fast ausschließlich über Spenden. Auf politischer Ebene macht er sich dafür stark, dass die  Rahmenbedingungen der Kinderhospizarbeit verbessert werden – etwa, dass die umfangreichen Leistungen der Hospize besser finanziert werden. Außerdem setzt er sich gesellschaftlich dafür ein, eine Öffentlichkeit für das Tabuthema „Kinder und Tod“ zu schaffen und betroffene Kinder und Familien aus dem sozialen Abseits zu holen, in das sie nach der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung oft gedrängt werden.  
Weitere Informationen bei Sabine Kraft, Tel. 0171/7273350 oder unter www.bundesverband-kinderhospiz.de

  •  Bundesverband Kinderhospiz e. V.
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