Keine Gefahr für Amateurfußball: Ehrenamt nicht vom Mindestlohn erfasst

Seit 1. Januar gilt das neue Mindestlohngesetz, doch viele Fragen ergeben sich erst nach und nach. So auch in den teilweise betroffenen lokalen Vereinen. Denn der Mindestlohn gilt auch für Arbeitsverhältnisse in Vereinen, sofern die beschäftigten Personen nicht unter eine der Ausnahmeregelungen fallen oder es sich um ehrenamtliche Tätigkeit handelt. Das Ehrenamt ist vom Mindestlohn nicht erfasst. „Vielfach und verstärkt melden sich in den letzten Tagen Sportvereine zu Wort, die sich Sorgen machen, was die Einführung des Mindestlohns nun für ihre Angestelltenverhältnisse, etwa von Fußballspielern, bedeutet“, so DGB Regionsgeschäftsführer Matthias Richter-Steinke. Ein anderes Bespiel seien Tierheime, die neben Ehrenamtlichen auch geringfügig Beschäftigte haben. „Die Zahl der betroffen Personen bzw. Vereine lässt sich jedoch nur schwer quantifizieren“, so Richter-Steinke.


„Aus Sicht des DGB sind Vereine ein wichtiger Teil zivilgesellschaftlichen Engagements“, so Richter-Steinke. „Bürgerinnen und Bürger können sich hier aktiv in die Gestaltung gesellschaftlichen Zusammenlebens einbringen. Vereine tragen sich zu weiten Teilen durch ehrenamtliche Tätigkeiten, die vom Mindestlohn ausgenommen sind.“ Anders verhält es sich bei der geringfügigen Beschäftigung. „Das ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis, das nur im Hinblick auf die Sozialabgaben privilegiert ist“, erinnert Richter-Steinke. „Angestellte in Vereinen dürfen deshalb arbeitsrechtlich nicht anders behandelt werden als andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“


Und: Das eigentliche Problem des Vereinswesen ist aus Sicht des DGB nicht der neu eingeführte Mindestlohn, sondern die mangelnde finanzielle Co-Finanzierung der Vereine. Es braucht eine Balance zwischen Ehrenamt und einer angemessenen Finanzierung.


Die Verantwortung nun aber bei den Kommunen zu suchen, greift zu kurz, da diese spätestens durch die dramatischen Kürzungen im Kommunalen Finanzausgleich kaum mehr in der Lage sind, ihren Pflichtaufgaben im Bereich des Tierschutzes und des Sportes nachzukommen. Weitere Gründe sind die Schuldenbremsenvorgaben des Landes, die verfehlte Steuergesetzgebung und die Einnahmeausfälle in den vergangenen 10 Jahren.


Informationen zu diesen und anderen häufig gestellten Fragen beantwortet der DGB im Internet unter: www.dgb.de/-/eLr

  • DGB-Region Nord-Ost-Niedersachsen
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