„Aus der Affengesellschaft“

Porträt Julia Fischer CMYK

Porträt Julia Fischer CMYKVortrag von Professorin Dr. rer. nat. Julia Fischer Göttingen
Julia Fischers Forschungsinteresse gilt dem Zusammenspiel von Sozialverhalten, Kommunikation und Intelligenz sowie der  Frage, wie diese sich wechselseitig in der Evolution bedingen. Zusammen mit ihrem Team etablierte sie 2007 die Feldstation „Simenti“ im Senegal. Dort untersucht sie das Verhalten freilebender Guineapaviane, über die zuvor nur wenig bekannt war.
Guineapaviane leben in einer Gesellschaft mit mehreren Organisationsstufen. Die Basis bilden kleine Einheiten von erwachsenen Männchen, die mit einer unter-schiedlichen Anzahl von weiblichen Tieren assoziiert sind. Mehrere solcher Einheiten schließen sich zu sogenannten Cliquen zusammen, und zwei oder drei Cliquen bilden eine Bande, die wiederum Teil einer größeren Community sind. Die männlichen Tiere weisen dabei eine außerordentlich hohe Toleranz und Kooperationsbereitschaft auf. Bemerkenswert ist auch die Position der weiblichen Tiere, da sie relativ große Freiheiten genießen und auch zwischen männlichen Tieren wechseln. Zudem sind sie für den Genfluss zwischen verschiedenen Populationen verantwortlich. Julia Fischer wird in ihrem Vortrag die vorliegenden Forschungsergebnisse in Bezug zu aktuellen Hypothesen zur Evolution sozialer und kommunikativer Komplexität setzen und diskutieren, inwiefern die Untersuchung von Guineapavianen Einblicke in die menschliche Evolution liefern kann.

Prof. Dr. rer. nat. Julia Fischer, Jahrgang 1966, studierte Biologie an der Freien Universität Berlin und der Glasgow University. 1996 wurde sie an der FU Berlin 1996 promoviert. Während ihres Postdoktorats an der University of Pennsylvania erforschte sie freilebende Paviane in Botswana. Anschließend ging sie an das MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Nach der Habilitation im Jahre 2004 erhielt sie ein Heisenbergstipendium der DFG sowie einen Ruf an die Universität Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum. Dort leitet sie die Abteilung Kognitive Ethologie. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Evolution von Sozialverhalten, Intelligenz und Kommunikation, wobei sie sich vornehmlich mit Altweltaffen beschäftigt. Sie ist Sprecherin des Leibniz Science Campus on Primate Cognition, der Anfang 2015 in Göttingen eingerichtet wurde. Julia Fischer fungierte von 2007 bis 2014 als Mitglied und Vorsitzende in Auswahlverfahren des European Research Council und war Mitglied der    Jungen Akademie und für ein Jahr deren Präsidentin. Sie ist seit 2007 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, seit 2014 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Ihr Buch „Affengesellschaft“ (Suhrkamp 2012) machte ihre Forschung auch einem breiteren Publikum bekannt. 2013 erhielt sie den Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung.

Termin:
Donnerstag, 19. März 2015, 20.00 Uhr
mit anschließendem Empfang

Eintrittskarten sind zum Preis von 5 € im Vorverkauf im Oberlandesgericht, Zimmer 140 (Mo bis Do 9.00 bis 15.30 Uhr, Fr bis 12.00 Uhr) oder bei freien Plätzen an der Abendkasse erhältlich.
Reservierungen werden unter  206 204 entgegengenommen. Es wird gebeten, reservierte Karten bis zum 18. März 2015, 15.30 Uhr, abzuholen.

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