Nur vier von 46 niedersächsischen Sparkassen legen Vorstandsbezüge offen

Sparkasse

Mehr Transparenz in Nordrhein-Westfalen und Bayern

Die große Mehrheit der niedersächsischen Sparkassen veröffentlicht die Bezüge ihrer Vorstandsmitglieder nicht. Nach Recherchen von NDR 1 Niedersachsen haben nur vier von 46 Sparkassen in ihren Jahresabschlüssen für das Jahr 2015 die Summe der Vorstandsbezüge aufgeführt.

Das entspricht zwar der gültigen Rechtslage; es widerspreche aber dem Gebot der Transparenz, sagt der Wirtschaftswissenschafter Professor Jörg-Markus Hitz von der Uni Göttingen bei NDR 1 Niedersachsen. Sparkassen sind „öffentliche Anstalten, da geht’s um Kapital, Geld der Bürger und damit gibt es auch eine gewisse Rechenschaftspflicht gegenüber dem Bürger, wie diese Kapital eingesetzt, verwaltet wird, um dem Bürger auch die Möglichkeit zu geben, zu beurteilen, ob die Vorstände ihr Geld wert sind“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Hitz ist Mitherausgeber einer jährlichen Studie zu Managergehältern der DAX30-Unternehmen.

Anders als in Niedersachsen legen die Sparkassen in Bayern und Nordrhein-Westfalen die Vorstandsbezüge offen. Und auch in Schleswig-Holstein wird das seit Neuestem gemacht. Eine solche Praxis müsse auch in Niedersachsen umgesetzt werden, fordern nun auch Politiker hierzulande, so der finanzpolitische Sprecher und parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion Christian Grascha. Bei NDR 1 Niedersachsen sagte Grascha, „wenn es in anderen Ländern gute Regelungen gibt, die sich in der Praxis bewährt haben, warum sollten wir das dann nicht auch in Niedersachsen machen.“

Zu den Spitzenverdienern gehören – den Recherchen von NDR 1 Niedersachsen zufolge – die vier Vorstandsmitglieder der Sparkasse in Hannover mit durchschnittlich rund 43.000 € im Monat. Die Top-Manager der Sparkasse Oldenburg gönnten sich 2015 immerhin im Schnitt monatlich noch rund 34.000 €.

Der niedersächsische Sparkassen- und Giroverband weist die Forderung nach einer generellen Offenlegung von Vorstandsbezügen zurück. Der Schutz persönlicher Daten sei den Sparkassen besonders wichtig, das gelte für Kunden und Mitarbeiter und müsse auch für Vorstände gelten, so Verbandssprecher Michael Schier.

Quelle: NDR 1 Niedersachsen

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