Begegnung braucht Räume und Seele

Soziale Brennpunkte Niedersachsen(c) Kultur & Kommunikation

Ehrenamtliche machen aus sozialen Brennpunkten „Ankunftsorte“ / Treffen engagierter Bürger und Bürgerinnen in der Nordstadt

Die Hildesheimer Nordstadt ist ein Ankunftsort, ein Ort, an dem Integration stattfindet. Und zwar nicht erst seit dem vergangenen Jahr, nicht erst seitdem in den 1960er Jahren die Gastarbeiter kamen, sondern mit Blick auf die Zeit der Industrialisierung eigentlich schon immer, sagt Frank Auracher, Leiter des Stadtteilprojektes Nordstadt.Mehr.Wert. der Lebenshilfe.

Um solche Ankunftsorte ging es bei einem Treffen von engagierten Bürgern und Bürgerinnen aus unterschiedlichen Städten Niedersachsens, zu dem die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Niedersachsen in den Gemeindesaal der Martin-Luther-Gemeinde eingeladen hatte.

Die rund 30 Teilnehmenden aus Hildesheim, Barsinghausen, Göttingen, Cuxhaven, Salzgitter, Sarstedt und Letter (Seelze) konnten von einer großen Vielfalt bürgerlichen Engagements berichten, das vielfach schon seit Jahrzehnten besteht. „Man braucht eine Seele“, sagte Corin Schäfer und meinte damit Personen, die andere motivieren und Engagement in Bahnen lenken – so wie Rosemarie Struß, die sich schon seit 30 Jahren in Barsinghausen für Integration einsetzt. Es sei aber auch ein Zeichen von Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit, eine hauptamtliche Kraft als Ansprechpartner/in und Koordinator/in zur Verfügung zu stellen, bemerkte Ratsfrau Renate Schenk und erhielt für diese Forderung viel Zustimmung.

Anfangs sei sie die einzige gewesen, die ehrenamtlich Deutschkurse anbot, erinnerte sich Rosemarie Struß. Die Erfahrung kann Tulin Ebersberg nachvollziehen: Als sie 1972 aus der Türkei nach Hildesheim kam, gab es keine Unterstützung: „Wir haben acht Stunden am Tag gearbeitet und Deutsch von den Kolleginnen gelernt.“ Nils Senftleben, der im Gemeinschaftsgarten des Vereins Stadtblühen im Cheruskerring in Hildesheim mitarbeitet, warnte davor, Erfahrungen von damals gegen die heutiger Einwanderer auszuspielen. Verbesserungen seien eine gesellschaftliche Leistung aller und sollten ohne Neid gemeinsam aufrecht erhalten werden.

Wer Begegnung und Integration möglich machen will, braucht erst einmal Räume dafür, stellten die Teilnehmenden fest. Wo sich die in der Nordstadt befinden, hatte Jessica Feyer auf einem Modellplan mit Leuchttürmen und Schildern sichtbar gemacht: Zum Beispiel die Kindertagesstätten, wo die Elternprojekte Rucksack und Griffbereit beheimatet sind. Für die Sprach-, Alphabetisierungs- oder auch Tanzkurse der Frauengruppe des Vereins Türk Gücü könne sie den „Treffer“ der Diakonie Himmelsthür nutzen oder eben die Räume der Martin-Luther-Kirchengemeinde, sagte Nevin Sahin – dort mache ihr die Arbeit im Ehrenamt richtig Spaß. Kirchengemeinden oder Volkshochschulen stellen auch in den anderen Städten Räume zur Verfügung.

Lediglich in Letter klappe das nicht, berichtete Petra Scholl. Selbst im Programm Soziale Stadt sei versäumt worden, einen Treffpunkt zu schaffen: „Das Gemeindehaus wird gerade abgerissen.“ Die Initiative Flux habe auch ohne feste Adresse mit der Hilfe für Flüchtlinge angefangen, erzählte Marietta Tebbenjohanns. Doch die Beharrlichkeit der zuerst wenigen Mitglieder habe sich ausgezahlt: Die Initiative sei schnell gewachsen und habe dann auch die notwendigen Räume erhalten, machte sie anderen Ehrenamtlichen Mut.

Die Diskussionsrunde entdeckte viele Ansatzpunkte für weitere Treffen und vertiefende Gespräche: Wie kann ein Wochenmarkt als Ort der Begegnung auch wirtschaftlich funktionieren? Wie geht man mit Konflikten zwischen Nutzern von Treffpunkten um, mit Lärm oder Müll? Wie hält man Kontakt zu den Flüchtlingen, wenn sie dezentral untergebracht worden sind? Beim Mittagessen und nachmittags bei einem Rundgang durch die Nordstadt war Zeit für einen ersten Austausch und Verabredungen für später.

Quelle: Kultur & Kommunikation

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