Mehr Strukturen für die Kleine Aller

Gewässerentwicklungv.l.n.r. Gisela Lampe, Christiane Schuster, Silke Westphalen, Hansgeorg Pudack ,Klaus Schell , Ulf Kehlert , Anke Willharms, © Aktion Fischotterschutz e.V.

Pilotstrecke zur Gewässerentwicklung an der Brackstedter Mühle

An der Brackstedter Mühle, wo die Kleine Aller auf der östlichen Seite zu Wolfsburg und auf der westlichen zum Landkreis Gifhorn gehört, hat die Aktion Fischotterschutz e. V. im Rahmen des Aller-Projektes eine Pilotstrecke zur Gewässerentwicklung errichtet.

Auf der ca. 150 m langen Strecke wurden an dem einst stark ausgebauten und strukturarmen Gewässerabschnitt verschiedene Maßnahmen zur Gewässerrevitalisierung umgesetzt: eine Verlegung des Gewässerverlaufs, der Einbau von Kiesbetten, Findlingen, Wurzelstubben und mehreren Strömungslenkern sowie eine Uferabflachung zur Entwicklung von temporär überfluteten Lebensräumen. Zusätzlich wurde ein Informationsschild an der Kleinen Aller angebracht, welches der Öffentlichkeit die Maßnahmen und deren Ziele vor Ort erläutert. Eine Gehölzpflanzung am Ufer und auf den Strömungslenkern ist noch für November geplant.

Mit dieser Maßnahme konnten damit gleich mehrere Ziele erreicht werden: die Strömungs- und Strukturvielfalt in der Kleinen Aller konnten erhöht und somit die Lebensraumvielfalt für die Gewässerlebewesen verbessert werden; das flussaufwärts angrenzende Biotop – eine Flussverlegung – konnte räumlich verlängert werden; die Öffentlichkeit wird zudem über die verschiedenen Revitalisierungsmaßnahmen informiert.

„Diese Naturschutzmaßnahme hat eine besondere Bedeutung für die Kleine Aller, da die ökologische Entwicklung der Kleinen Aller weiter gefördert wird und die dafür notwendigen Maßnahmen der Öffentlichkeit vorgestellt werden“, so Anke Willharms von der Aktion Fischotterschutz. „Ein besonderer Dank, dass dieses überhaupt möglich war, gilt Christiane Schuster, Inhaberin der Brackstedter Mühle, die hierfür die Flächen kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, sowie den Gifhorner und Wolfsburger Behörden und dem Aller-Ohre-Verband, die dieses Vorhaben mit unterstützt haben“.

Auch Christiane Schuster freut sich über die neue Entwicklung an der Kleinen Aller: „Es ist schön zu sehen, dass die Kleine Aller nun wieder natürlicher fließt, dass es langsame und schnell fließende Bereiche gibt, dass sich die Fische unter den eingebrachten Wurzeln verstecken können und es nun viele Nistmöglichkeiten für den Eisvogel gibt.“

Die Maßnahmen wurden auch durch den Angelsportverein Gifhorn unterstützt, der vor Baustellenbeginn eine Elektrobefischung an diesem Gewässerabschnitt durchgeführt und den aktuellen Fischbestand festgestellt hat. Anhand dieser Erfassung kann in mehreren Jahren der Erfolg der Maßnahme bewertet werden.

Das „Aller-Projekt – Verbindung von Lebensräumen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt“ ist ein Naturschutzprojekt der Aktion Fischotterschutz, das durch das Bundesamt für Natur-schutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch die Volkswagen AG gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, die biologische Vielfalt an den Gewässern und Auen der Aller und ihrer Nebengewässer nachhaltig zu steigern. Dafür werden bis 2018 Naturschutzmaßnahmen an den Gewässern und begleitende Umweltbildungsprogramme mit dem Aller- Mobil durchgeführt.

Quelle: OTTER-ZENTRUM 

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