Nic Hess „Zulieferer unter Druck“

Kunstmuseum Wolfsburg

Ausstellung bis April 2017 in der Städtischen Galerie zu sehen

Mit einem Liveact „FRANKIE & TONY Duo en Vogue and Nic Hess as fabulous HERMETO ZÉ MARIA“ eröffnete die Städtische Galerie Wolfsburg am Samstagabend, 19 November, die Ausstellung von Nic Hess „Zulieferer unter Druck“, die bis 30. April 2017 im Schloss Wolfsburg gezeigt wird.

Begleitprogramm zur Ausstellung: Donnerstag, 12. Januar 2017 um 12:30 Uhr: Kunstgespräch in der Mittagspause – nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung besteht die Möglichkeit, ein leichtes Mittagessen einzunehmen // Dienstag, 14. Februar 2017 um 18 Uhr: Kuratorenführung: Culture Jamming und die Kunst der Kommunikationsguerilla // Samstag, 25. März 2017 um 14 Uhr: Art Session: Mit dem Künstler, Gestalter und Anti-Werber Martin Weiser Vorlagen Tags und Schablonen entwickeln //

Donnerstag, 27. April 2017 um 18 Uhr: Book Release / Artist Talk in Dein.Raum Nic Hess nimmt seit den späten 1990er Jahren mit Industriefarbe, collagierten Bildern und farbigen Tapes, Lichtprojektionen und Neon nicht nur Wände und Decken, sondern ganze Räume geistig und faktisch in Besitz. Seine Raum-Collagen basieren auf einem Archiv von hunderten von Folien mit den unterschiedlichsten kommerziellen Logos, Piktogrammen, Abbildungen von Meisterwerken der Kunstgeschichte, sowie politischer wie auch wirtschaftlicher Ikonen. Seine Notationen bestehen aus archivierten Bildern, die er in den vergangenen 15 Jahren gesammelt hat. Bilder, die willkürlich und bedeutsam zugleich erscheinen. Bilder, die wir nicht kennen und doch kennen, weil wir alle mit einem inneren Archiv von einmal gesehenen Ikonen, Symbolen, Logos, Emblemen und Emoticons in einer Welt leben, in der die linguistische Kommunikation von einer Bildsprache verdrängt wird.

Im Jahr 2013 war Nic Hess mit der Rauminstallation unter dem Titel „Ein Titel muss her!“ in der Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg vertreten. Der Künstler ist 1968 in Zürich geboren, er lebt und arbeitet in Zürich und Los Angeles und erhielt seine Ausbildung von 1992 bis 1996 an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam und der Hochschule der Künste, Berlin.

Was macht die Kunst von Nic Hess so besonders? Ist es ihre pointierte Verspieltheit? Oder die scheinbar absurde Form der Inszenierung, mit der er sich und sein Werk in Szene setzt? Ist es der bissige Witz und trockene Humor, der einem bisweilen jäh im Halse stecken bleibt? Ist es das kritische Potenzial, das uns über die verspielten Oberflächen seiner Kunst zur Tiefgründigkeit, ja womöglich zum existentiellen Kern seines Werkes führt?

Ist es das? Ist es vielleicht doch etwas ganz anderes? Oder ist es genau das, was uns am Werk des Künstlers reizt, betört, gefangen nimmt: Beides zugleich – der Lug und Trug, der Schein und das Sein, das Wollen und manchmal nicht Können, das Können und doch nicht wollen, die Leichtigkeit des Werkes und zugleich die Schwere seines Da-Seins, verankert zwischen der ereignishaften Absenz des Wirklichen und der flüchtigen Präsenz unserer Zeichenwelt.

Der Schweizer Künstler hat für die Städtische Galerie nun eine raumgreifende Installation im Schloss Wolfsburg geschaffen, die auf unterschiedlichsten Ebenen – räumlich, grafisch und textuell – vielfältige inhaltliche Bezüge zur Architektur, Historie und dem Museum herstellt und dadurch einen ganz eigenen Raum an diesem besonderen Ort schafft und neu definiert, der selbst durch Identität, Relation und Geschichte gekennzeichnet ist.

Quelle: Elke Wichmann

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