Große Resonanz bei Kita-Fachtagen „Zukunftskinder“

Kita-Fachtage(c) Landkreis Celle

Teilnehmende ziehen positives Fazit

Vom 17. bis 19. November 2016 fanden die Fachtage zum Thema „Zukunftskinder – Celle wächst auf!“ an drei Veranstaltungsorten statt. Über 550 Teilnehmende aus Verwaltung, Politik und unterschiedlichen Professionen aus dem Praxisfeld wohnten den Veranstaltungen bei. Die überaus gelungene Veranstaltungsreihe wurde von allen Teilnehmenden äußerst positiv bewertet.

Herr Landrat Wiswe betonte in der Eröffnungsveranstaltung im Forum Schulzentrum Burgstraße, das ein Ziel von Erziehung und Bildung ist, das sich Kinder durch vielfältige Erfahrungen ein Bild von sich selbst, von ihren Mitmenschen und ihrer Umgebung machen und sich zu selbstbewussten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entwickeln können. Weiter führte er aus, dass die Fachtage darauf zielen, allen Akteuren der frühkindlichen Bildung die Möglichkeit zu bieten, sich zu informieren, auszutauschen und Vernetzungsstrukturen zu erweitern.

Prof. Dr. Peter Cloos von der Uni Hildesheim referierte in der Abendveranstaltung am 17. November 2016 zum Thema: „Lust und Last guter Erziehung – Möglichkeiten und Grenzen der Professionalisierung im Gesamtsystem der Kinderbetreuung“. In seinem Vortrag verwies er darauf, dass aktuell die Last der Verantwortung einer Professionalisierung der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung weitgehend auf die Schultern der pädagogischen Fachkräfte aufgeladen wird. Er führte aus, dass es jedoch eines professionellen Systems der Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte bedürfe, das alle Ebenen des Betreuungssystems berücksichtigt: Von der Schaffung guter Rahmenbedingung für die Arbeit, die Professionalisierung der Leitung und der Organisationen, die Professionalisierung Ihrer Fortbildung und Supervision sowie die Professionalisierung der Fachberatung, der Träger, der Ausbildung und der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter aus Politik, Ausbildung und dem Berufsfeld über den Inhalt des Vortrages. Hierbei wurde deutlich, dass die Teilnehmenden die gemeinsame Verantwortung frühkindlicher Bildung herausstellten. Herr Samtgemeindebürgermeister Grube betonte zusätzlich, dass insbesondere die Träger Ihre Verantwortung nochmals neu überdenken und intensiver an der Qualitätsentwicklung teilhaben müssten.

Der zweite Tag wurde von Herrn Stadtrat Stephan Kassel in der alten Exerzierhalle eröffnet. Er richtete den Blick auf die Voraussetzungen von Lernen und Wachsen. Für eine gelingende Bildungsbiografie, so führte er aus, sei es bedeutsam, Kindern gute Orte zu bieten, in denen sie sich als „Weltentwickler“ beteiligen, forschen und entdecken können.

Der Veranstaltungstag selbst wurde durch zwei interessante, wissenschaftlich fundierte Vorträge geprägt. Herr Alexander Scheidt von der Fachhochschule Potsdam fragte in seinen Ausführungen: „Warum? oder was Erwachsene von Kindern lernen können.“ Inhaltlich orientierte er sich dabei an die sprachliche und soziale Interaktion zwischen Kindern und pädagogischen Fachkräften, die für die Qualität in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege von zentraler Bedeutung ist. Weiter führte er aus, dass es offensichtlich Phasen von gemeinsam geteilten Denkprozessen gibt, die eine notwendige Voraussetzung für eine besonders effektive Früherziehung sind.

Highlight des Veranstaltungstages war der Vortrag des renommierten Wissenschaftlers Prof. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis. Er referierte zum Thema: „Die historische Chance, ein Bildungssystem von unten nach oben zu entwickeln oder wie frühe Bildung gelingt!“. Hierzu stellte er fest, dass ein paradigmatischer Wandel zu einer Neuorientierung der Bildungssysteme führt: Nicht mehr bloße Wissensvermittlung steht im Mittelpunkt, sondern die Stärkung kindlicher Entwicklung und kindlicher Kompetenzen. Herr Fthenakis berichtete, dass jedes Lernen als grundlegend sozialer Prozess, als „soziales Lernen“ verstanden wird. Die Neuorientierung der gegenwärtigen Bildungssysteme verändert sich tiefgreifend. Mittels Ko-Konstruktion wird Wissen generiert und Sinn konstruiert, indem Kinder und Fachkräfte gemeinsam den Prozess des Lernens gestalten. Auch die sinnvolle Nutzung neuer Medien in der frühkindlichen Bildung begründete Fthenakis eindrucksvoll.

Der dritte Veranstaltungstag im neuen Kreistagssaal orientierte sich an aktuellen Themen aus der Praxis. Hier war die Angebotspalette breit gefächert: von Gesundheitsfragen am Arbeitsplatz, über die aktuelle Thematik von geflüchteten Kindern bis hin zur Kreativität und physikalischen Experimenten. In dreistündigen Workshops konnten die Teilnehmenden neben theoretischem Wissen auch viele praxisbezogene Tipps mitnehmen. Dank einer guten Kooperation mit Frau Twele konnten auch Räumlichkeiten der Volkshochschule genutzt werden, so dass für die Workshops insgesamt gute Rahmenbedingungen gegeben waren.

Den Abschlussvortrag hielt Frau Marianne Spiesz aus Hildesheim zum Thema: „Das Glück des Wachsens – Gelingendes Aufwachsen von Kindern in Kitas und Tagespflege begleiten“. Mit einem überaus humoristischen Blick und aktuellen Beispielen aus der Praxis gewann Frau Spiesz das Publikum für sich, was sich auch in anschließendem Standing Ovation widerspiegelte.

Am Ende zogen alle Teilnehmenden ein positives Fazit. Mit Blick auf die Qualitätsentwicklung im frühkindlichen Bereich bleibt zu hoffen, dass der Schwung aus den drei Veranstaltungstagen in nächster Zeit auch Wirkung zeigt. Für das Veranstaltungsteam von Stadt und Landkreis Celle hat sich gezeigt, dass das gewählte Veranstaltungsformat das Richtige war und das es hoffentlich in 2018 eine Fortführung gibt – vielleicht unter dem Titel: „Zukunftskinder: Celle wächst weiter!“.

Quelle: Landkreis Celle

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