Harmonische Weihnacht – Streit vermeiden an den Feiertagen

Die Adventszeit und Weihnachten bedeuten für viele den puren Stress. Anstelle von vorweihnachtlicher Freude und Harmonie stehen Besorgungen in überfüllten Geschäften, Kochen und Backen im Vordergrund. Oft hat sich auch Besuch angekündigt, der ebenfalls mit eingeplant werden muss. In dieser Gemengelage kann es dann pünktlich zum „Fest der Liebe“ schnell zum Streit im Kreis der Familie kommen. Dabei wollen doch alle eigentlich nur eines: ein harmonisches Weihnachtsfest. Hier hilft eine vorausschauende Planung und Strategie.

 

Ungewohnte Nähe

Die Gründe für den Streit unterm Weihnachtsbaum sind vielfältig. In den Tagen vor dem Fest müssen viele Dinge erledigt werden, und das zusätzlich zum Alltag. Dazu gehört, Haus oder Wohnung auf Hochglanz zu bringen, den Weihnachtsbaum festlich zu schmücken, das Weihnachts-Menü zuzubereiten – und die Geschenke, vor allem für kleinere Kinder, sollen ebenfalls ein besonderes Highlight sein. „Die Erwartungen sind an Weihnachten oft sehr hoch. Ein Problem dabei ist, dass jeder andere Vorstellungen vom Ablauf des Heiligen Abends hat. Für die einen ist das Zusammensein mit der Familie und Freunden das Wichtigste, für andere der Besuch in der Kirche oder einfach nur eine besonders schöne Bescherung. Weil aber der Tag meist von allen gemeinsam verbracht wird, kann es hier zwangsläufig zu Konflikten kommen“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER GEK. Hinzu komme, dass viele Menschen zu dieser Zeit besonders sensibel seien, weil Weihnachten schon traditionell stark mit Gefühlen besetzt sei. Auch zu viel ungewohnte Nähe auf einen Schlag könne zu Problemen führen. „Wenn die ganze Familie auf kleinem Raum und für mehrere Tage zusammenkommt, fehlt vielen der persönliche Freiraum. Man hockt aufeinander, kann sich der Nähe schlecht entziehen, und das über Stunden oder Tage“, so Jakob-Pannier.

 

Diese Strategien können helfen

Schon frühzeitig sollte in der Familie geklärt werden, wo die Feiertage verbracht werden und welche Erwartungen bestehen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, hilft es, Kompromisse mit allen auszuhandeln, Interessen zu respektieren und Freiräume zu lassen. Oft kann es auch befreiend sein, nicht an eingefahrenen Ritualen festzuhalten und neue eigene Wege zu gehen. Entspannung auf Knopfdruck klappt bei den wenigsten. Wer in der Vorweihnachtszeit den Aufgaben hinterherläuft und ständig im Stress ist, wird an Weihnachten nicht von jetzt auf gleich entspannen können. Die Expertin rät daher, schon im Vorfeld immer wieder mal bewusste Ruhepausen einzulegen, sozusagen „einen Gang runterzuschalten“, um die nervöse Anspannung zu reduzieren. Um der vorweihnachtlichen Hektik ein wenig aus dem Weg zu gehen, hilft es, die anstehenden Aufgaben auf die Familienmitglieder zu verteilen, so dass alle das Weihnachtsfest genießen können. Für ein entspanntes Miteinander an den Feiertagen gilt: Auch jetzt ist ausreichend Distanz möglich. Ein guter Weg kann beispielsweise sein, die Mittagszeit zu nutzen, um sich zurückzuziehen und zum Beispiel einen Spaziergang zu unternehmen. „Das Zauberwort für ein entspanntes Weihnachtsfest heißt Gelassenheit. Nicht alles muss perfekt sein. Dann kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Quelle: BARMER GEK Niedersachsen/Bremen

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